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So fällst Du Mädchen auf: Eine satirische Antwort

So fällst Du Mädchen auf: Eine satirische Antwort published on 18 Kommentare zu So fällst Du Mädchen auf: Eine satirische Antwort

Eine satirische Antwort auf den Artikel „So fällst Du Jungs auf: 100 Tipps für eine Hammer-Ausstrahlung!“ auf Bravo.de.

[Nachtrag vom 15.07.2015: Bravo.de hat den Artikel am Abend des 14.07.2015 offline genommen und heute eine Stellungnahme veröffentlicht.]

(cc) by Epsos.de, via Flickr
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So fällst du Mädchen auf: 100 Tipps für eine Hammer-Ausstrahlung

Wow! Hättest Du gedacht, dass Du mit einem Lächeln jedes süße Mädchen verzauberst? Oder dass rote Kleidung ihre Blicke fesselt und eine gute Haltung Dich viel taffer und noch begehrenswerter erscheinen lässt? Wir verraten Dir 100 superleichte Tipps – mit RIESIGER Wirkung!

Beauty: Funkelaugen, Apfelbäckchen: Mit ganz einfachen Tricks wirst Du noch schöner und anziehender für Mädels!

Die 100 Tipps:

1 Betone Deine Lippen mit Gloss. Das lässt sie voller erscheinen, wirkt sexy und zieht die Blicke der Mädels auf Dich.

2 Damit gehst Du Deinem Schwarm nicht mehr aus dem Kopf: Trage jeden Tag dasselbe Parfüm. Riecht sie es irgendwo an anderen Boys oder Männern, denkt sie sofort an Dich.

3 Es gibt nur eine Frisur, die alle Mädels lieben: keine! Haare offen ist der absolute Top-Favorit von Mädchen.

4 Rasiere regelmäßig Deine Beine und Achseln. Boys, die sich gut pflegen, wirken sexy auf Mädels. Sie mögen es, wenn ein Junge sich Mühe mit seinem Aussehen gibt.

5 Viele Mädels stehen auf frische Boywangen. Benutze immer Rouge – das wirkt gesund und sexy auf Mädchen!

6 Alle Boys in Deiner Klasse schminken oder frisieren sich ähnlich? Wunderbar – dann style Dich ganz anders. Einzigartigkeit fällt Mädels positiv auf!

7 Trage keinen farbigen Lack auf deinen Nägeln. Viele Mädels finden das mackermäßig. Besser: durchsichtiger Lack.

8 Schmink Dich jeden Tag anders. Wer immer gleich aussieht, wird irgendwann unsichtbar für Mädels.

9 Wie du weißt, erregst Du die Aufmerksamkeit eines Mädchen auch über Deinen Duft. Sprühst Du Dein Parfüm ins Haar, hält es länger.

10 Betone Deine Augen mit Wimperntusche. Das verleiht Deinem Blick mehr Strahlkraft und wirkt sexy auf Mädels.

11 Kaum zu glauben, aber Mädels lassen sich von kleinen Accessoires beeindrucken. Mach Dir z.B. eine Klammer ins Haar – das lenkt den Blick auf Dich.

12 Hab immer Zahnpflegekaugummis dabei. Die sorgen für frischen Atem und Du kannst sie deinem Schwarm anbieten – so kommt ihr auch noch leichter ins Gespräch!

13 Mach Dich nicht verrückt wegen eines Pickelchens oder Deiner Zahnspange. Beides haben auch Mädels. Je entspannter Du Deinem Aussehen gegenüber bist, umso schöner wirkst Du!

14 Benutze eine Glanzspülung. Damit sieht Dein Haar gepflegter aus. Und Mädels achten besonders auf schöne Haare!

(cc) by Gavin Anderson, via Flickr
(cc) by Gavin Anderson, via Flickr

Mimik & Gestik: Deine Körpersprache kann Dir eine fantastische Ausstrahlung verleihen. Entdecke hier, wie Du Dich richtig bewegst, redest und guckst!

15 Mädels fallen lächelnde Boys eher auf als finster dreinblickende. Freundlichkeit wirkt anziehend!

16 Wer aufrecht geht und steht, wirkt nicht nur größer, sondern auch reifer. Und Mädels werden von reiferen Boys magisch angezogen.

17 Guck Deinen Schwarm an – auch wenn sie Dich gerade nicht sieht. Sie spürt sicher Deinen Blick auch auf größere Entfernung und wird sich gleich nach Dir umdrehen.

18 Ahme ihre Gesten nach: Lehnt sie sich nach rechts, lehnst Du Dich ebenso in die Richtung, stützt sie den Kopf auf die Hände, machst Du das auch. Dadurch nimmt sie Dich unterbewusst als total sympathisch wahr.

19 Sprichst Du mit Deinem Schwarm, versuch sie leicht zu berühren. So schaffst du mehr Nähe und sie fühlt sich mehr zu Dir hingezogen.

20 Der Klassiker: Stolpere in Deinen Schwarm hinein. Entschuldige Dich überschwänglich bei ihr. Sie wird Dich total niedlich finden, weil Du ein kleiner Tollpatsch bist.

21 Guck sie an. Guckt sie zurück, wende Deine Augen ab. Sie wird sofort wieder versuchen, Deinen Blick zu erhaschen, weil Du so sexy, unerreichbar und geheimnisvoll wirkst.

22 Deine Traumfrau kommt an Dir und Deinem Freund vorbei? Tut so, als hättet ihr den Spaß eures Lebens und lacht laut. Mädels lieben witzige Boys.

23 Geh langsam und aufrecht an deinem Schwarm vorbei. Ruhige Bewegungen lassen Dich älter und selbstbewusster wirken!

24 Wenn Du mit einem Mädchen sprichst, spiele dabei mit einer Strähne Deines Haares. Das wirkt jungenhaft und ziemlich süß!

25 Flirte mit den Augen! Lass Deinen Blick einmal von oben nach unten über sie wandern. Schenk ihr dann ein kleines Lächeln und geh einfach weiter. Sie wird wahnsinnig werden vor Neugier, was Du jetzt über sie denkst. Von nun an sucht sie Deine Nähe – wetten?

26 Egal, mit wem Du sprichst – hör nicht auf, während des Redens zu lächeln. Das lässt Dich charmanter wirken – und das nicht nur bei Deiner Gegenüber. Beobachtet Dich Dein Schwarm dabei, wirkst Du auch auf sie süßer und sexier.

27 Stell Dich ruhig mal alleine in die Nähe Deines Schwarms. So erregst Du eher die Aufmerksamkeit der Mädels, als wenn Du in einer Gruppe mit anderen süßen Boys stehst.

28 Und: Boys, die allein unterwegs sind, wirken reifer, interessanter, geheimnisvoller und zugänglicher. Je mehr andere Boys um dich herum sind, umso niedriger Deine Chance, angesprochen zu werden.

29 Tu für eine Weile so, als wäre Dein Schwarm Luft. Mach das aber so, dass sie es merkt. Deine Ablehnung wirkt wie ein Magnet auf sie.

30 Wenn Du Dich mit einer schnuckeligen Frau unterhältst, schau ihr bewusst nur in ein Auge. Damit wirkst Du ruhiger und konzentrierter. Das ist die absolute Charme-Hypnose!

31 Halte Deine Hände ruhig, wenn Du mit einem hübschen Mädchen sprichst. So wirkst Du gefasst und sicher und nicht so kindisch wie andere Boys.

32 Acht darauf, öfter mal Deine Haare aus dem Gesicht zu streichen. Und zwar so, dass Du Deinen Hals freilegst. Auf Mädels wirkt das betörend sexy.

33 Sprich ein wenig tiefer, wenn Dein Schwarm in der Nähe ist. Das wirkt sexy und reifer.

34 Hände aus dem Gesicht! Wer an den Lippen knibbelt oder Nägel kaut, wirkt abtörnend.

35 Stehst Du auf dem Schulhof oder an der Bushaltestelle, dann überkreuz mal Deine Beine. Diese Pose lieben Star-Boys, weil sie schlank macht und sexy wirkt!

36 Du willst einem Girl in der Schule auffallen? Dann stell Dich an den Rand des Schulhofs. Wer in der Mitte steht, wird leider ganz gern übersehen!

37 Wirf öfter mal Dein Haar lässig zurück. Das wirkt überlegen und zeigt, dass ein Mädchen sich ins Zeug legen muss, um Dich zu erobern. So weckst Du ihren Jagdinstinkt!

38 Guck Mädels eher immer leicht von unten an. Das wirkt am süßesten auf Mädchen!

39 Nur laute Boys fallen auf? Stimmt nicht. Wer sich ruhig verhält, wirkt geheimnisvoller und damit interessanter auf Mädels.

40 Wenn Du schon die Hände in Taschen stecken willst, dann in Deine Potaschen, nicht die vorderen. Diese Pose wirkt offener, Du stehst gerader und kommst präsenter und cooler rüber.

41 Guck beim Gespräch mit einem Mädchen nie woanders hin als in ihre Augen bzw. ihr Gesicht. Sie nimmt Dich dann intensiver wahr!

(cc) by Nicolas Alejandro via Flickr
(cc) by Nicolas Alejandro via Flickr

Styling: Cool oder sexy? Minirock oder Jeans? Finde jetzt raus, was Dich unwiderstehlich macht!

42 Mach nicht jeden Trend mit! Je individueller Du Dich kleidest, umso eher stichst Du aus der Masse heraus und einem Mädel ins Auge.

43 Binde Dir einen orangen- oder pfirsichfarbenen Schal um. Der bringt Deinen Teint zum Leuchten und lässt Dich attraktiver wirken.

44 Zieh die Ärmel Deines Pullis etwas über Deine Hände. Das wirkt unverschämt sexy und zugleich sooo süß auf Mädels!

45 Ebenfalls total süß und männlich macht Dich eine Jacke mit Kunstpelzkapuze. Zieh sie Dir über und wecke so die romantische Ader in allen Mädels!

46 Du willst eine sexy Ausstrahlung? Dann wähle ein Top, dessen Ausschnitt eine Schulter rausblitzen lassen kann.

47 Klimpernde Armreife senden akustische „Werd auf mich aufmerksam“-Signale an Mädelsohren.

48 Dezente, funkelnde Ohrringe unterstreichen das natürliche Glitzern Deiner Augen. Unwiderstehlich!

49 Mädels stehen auf Boys, die reifer rüberkommen. Hierfür sind Perlen der absolute Geheimtipp. Sie machen Dich in Form von Ketten oder Ohrringen schlagartig viel älter.

50 Du willst bei Mädels Sympathien wecken? Das geht am besten mit Karo-Klamotten. Die wirken frech, freundlich und machen aus Dir einen Boy zum Pferdestehlen!

51 Zieh nie zwei Tage hintereinander dieselben Klamotten an. Mädels fallen nur neue Eindrücke auf!

52 Du hast eine große Schwester? Super. Schnapp dir ihr Hoodie und zieh ihn in die Schule an. Die Mädels werden denken, er ist von Deiner Freundin. Und das macht dich total begehrenswert für sie!

53 Egal ob Du auf Stiefel, Sneakers, Röcke oder Blusen stehst: Achte darauf, dass Deine Sachen immer gepflegt und sauber aussehen. Nur dann wirkst du erwachsen und cool.

54 Dein Ausschnitt kann noch so tief sein – wenn Du Dich in Deinem Outfit nicht wohlfühlst, war alles umsonst. Also greif lieber zu Klamotten, an denen Du nicht die ganze Zeit rumzupfen musst und in denen Du Dich magst. So kommst Du selbstsicher rüber!

55 Trage lange Ohrringe! Sie ziehen die Aufmerksamkeit auf die weichen Kurven Deines Halses – das finden Mädels zum Anbeißen!

56 Style Dich bloß nicht zu sexy. Tiefe Ausschnitte und superkurze Röcke kommen in Mädelsaugen eher schlamperhaft rüber.

57 Imitiere ihren Style! Dein Schwarm trägt am liebsten Grün? Zieh Dir auch grüne Sachen an. Die stechen ihr viel mehr ins Auge als andersfarbige Teile.

58 Wenn Handschuhe, dann entscheide Dich für fingerlose Modelle. Die wirken in Mädelsaugen besonders männlich!

59 Es müssen keine 10-cm-High-Heels sein. Aber ein leichter Absatz verleiht Dir einen wogenden Gang, der die Blicke der Mädels einfach magisch anzieht, weil er so selbstbewusst und sexy wirkt.

60 Trag öfter mal eine coole Trainingsjacke! Mädels lieben es, wenn Boys entspannt und gemütlich statt eingebildet rüberkommen.

61 Witzige Accessoires, z.B. eine Tasche in Ghettoblaster-Optik, sind ein super Hingucker – auch für Mädels. Außerdem liefern sie den Frauen einen Grund, Dich anzusprechen.

62 Trag nicht immer Schwarz. Das ist eine Tarnfarbe für Mädelsaugen!

63 Zeig, dass Du ein Boy bist! Je männlicher Du Dich kleidest (Rock, Kleid), umso attraktiver wirkst du auf Mädels!

64 Rote Klamotten garantieren Dir eine lebendigere und leidenschaftlichere Wirkung. Heiß!

65 Schaff durch Dein Styling Nähe zu Deinem Traummädchen. Sie steht auf eine bestimmte Band? Leg dir ein Shirt der Band oder ein Schlüsselband mit ihrem Bandlogo zu – das lässt Dich cooler auf Mädels wirken!

66 Es ist toll, wenn Du einen ABF hast – aber ihr müsst nicht im Partnerlook rumlaufen. Das wirkt nur kindlich und peinlich auf Mädels.

67 Anhängerringe klimpern so wunderbar sexy, dass die ganzen Mädels sich nach Dir umdrehen werden.

68 Willst Du freundlicher und witziger bei Mädels rüberkommen? Dann wähle gelbe Accessoires.

69 Dekoriere Deinen Rucksack, Handy etc. NICHT mit 1.000 Kuscheltieren oder Anhängern. Wenn Du’s übertreibst, wirkst Du schnell kindlich und albern.

70 Verzichte bei Klamotten und Accessoires auf die Farbe Rosa! Alle Mädels hassen sie! Weil Du damit sooo kindisch wirkst. Und kleine Boys werden nie angesprochen!

71 Löcher und Risse in Deiner Jeans verwandeln Dich in Mädelsaugen nicht nur in ein besonders unmackeriges Exemplar von einem Typen. Da sie Deine Haut durchblitzen lassen, wirkst Du damit extrem sexy!

72 Mädels stehen auf die Farbe Weiß, vor allem an Hosen. Sie wirkt so schön unschuldig, macht gleichzeitig älter und strahlt so sehr, dass Dich jedes Mädchen sofort sehen MUSS!

(cc) by Courtney Rhodes, via Flickr
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Flirten: Und jetzt haben wir noch Flirt-Tipps für Dich, die Dich superanziehend wirken lassen

87 Mach Dich rar! Beantworte nicht jede SMS, die ein Mädchen Dir schickt. Es macht Dich total spannend, wenn sie um Deine Gunst kämpfen muss!

88 Steck einem süßen Mädchen einfach mal handgeschriebene Zettel zu, auf denen steht: „Ich wollte nur mal ‚Hi‘ sagen …“ Tausend Mal süßer als eine SMS – und Kreativität kommt immer super an!

89 Schicke ihr per Mail ein Filmplakat und schreibe dazu: „18 Uhr Kino, kommst Du mit? Ich würde sogar mein Popcorn teilen.“ Bei einem so lockeren, charmanten Angebot kann sie gar nicht „Nein“ sagen!

90 Wirf einen Schneeball zu einer Gruppe Mädels und grinse frech rüber. Das zeigt, dass Du mit voller Absicht flirtest. Girls lieben es, wenn ein Typ auch mal die Initiative ergreift!

91 Setz Dich für Deinen Schwarm ein, wenn sie von anderen fertiggemacht wird. Das erfordert zwar etwas Mut, aber sie wird froh über Deine Unterstützung sein und es toll finden, dass Du so stark bist!

92 Du willst ein süßes Mädchen kennen lernen? Tu so, als würdest Du sie kennen. Wenn Du Deinen Fehler „überrascht“ feststellst, sag: „Ich dachte, Du wärst jemand anderes – aber du bist tatsächlich noch süßer!“ Mutige Boys kommen immer gut an!

93 Ein hübsches Mädchen ist in ein peinliches Gespräch mit einem Verehrer verwickelt und total genervt? Geh selbstbewusst dazwischen. Hak Dich einfach bei ihr unter und frag sie, ob sie was essen gehen mag. Sie wird Dir für die Erlösung danken!

94 Lustige, selbstironische Sprüche zeigen, dass Du Dich selbst nicht so ernst nimmst und unkompliziert bist!

95 Mach spontane Dates mit Wow-Effekt! Schick eine SMS an ein Mädchen mit: „Ich hol mir einen McFlurry. Lass alles liegen und leiste mir an meinem Tisch Gesellschaft.“ Das wirkt total cool und selbstsicher – dabei aber immer noch sehr charmant!

96 Ein paar süße Mädels aus Deiner Clique überlegen, was sie abends machen sollen. Schlage Kino vor und frag sie, welchen Film sie sich anschauen möchten. Leg Wert auf die Meinung von jeder! Sie freuen sich garantiert, dass Du so aufmerksam bist. Denn einen einfühlsamen Typ wünschen sich einfach alle Mädchen!

97 Ihr steht in einer Gruppe zusammen? Dann lehn Dich beim nächsten Scherz lachend an sie. Das wirkt nicht, als würdest Du sie anmachen. Aber trotzdem wird sie Deine Nähe genießen.

98 Geh mit Sätzen wie „Du wirst sicher oft angesprochen“ oder „Du erinnerst mich an …“ (Name eines heißen Stars) auf sie zu. Diese versteckten Komplimente lassen Dich nicht zu aufdringlich wirken, bezaubern sie aber schlagartig.

99 Stell ihr eine auf dich bezogene Frage, z.B. „Findest Du, mir steht dieser Mantel?“ Durch diese Frage bewirkst Du, dass das Mädchen sich total geschmeichelt fühlt. Außerdem erscheinst Du sehr mutig und selbstbewusst, weil Du Dich ihrer Kritik stellst.

100 Sei Du selbst! Bei jedem Kontakt mit Mädels ist das die wichtigste Ausstrahlungsregel. Wenn Du Dich nicht verstellst, bist Du total umwerfend.

Das war schon immer so?! – Teil 3: Amazonen

Das war schon immer so?! – Teil 3: Amazonen published on 16 Kommentare zu Das war schon immer so?! – Teil 3: Amazonen

Als „Amazonengräber“ werden Gräber von anthropologisch als weiblich bestimmten Kriegerinnen in Osteuropa bezeichnet. Die Gräber werden aufgrund ihrer geografischen Lage und bestimmter schriftlicher Überlieferungen – z.B. durch Herodot und Hippokrates – der skythischen (8. – 3./2. Jh. v. Chr.) und der sauromatischen Kultur (6. – 4. Jh. v. Chr.) zugeordnet, wobei die höhere Anzahl auf die sauromatische Region entfällt, was ebenfalls zu den schriftlichen Überlieferungen passt.

Amazone mit Helm, Schwert und Schild. Attische Trinkschale (Kylix), um 510-500 v. Chr.  © Wikimedia
Amazone mit Helm, Schwert und Schild. Attische Trinkschale (Kylix), um 510-500 v. Chr.
© Wikimedia

Ob es sich bei diesen Gräbern wirklich um die durch Erzählungen antiker Autoren überlieferten Amazonen handelt, lässt sich nicht vollständig klären. Aber es gibt verschiedene schriftliche Überlieferungen, mit denen archäologische Funde der entsprechenden Regionen in Verbindung gebracht werden können. Mir kommt es in diesem Artikel aber gar nicht darauf an, ob es sich hier tatsächlich um „Amazonen“ handelt und ob sich die Gräber in einen mythischen oder historischen Zusammenhang bringen lassen. Deswegen möchte ich die Hinweise darauf hier auch gar nicht weiter aufdröseln und verwende den Begriff in Anführungszeichen als Kennzeichen dafür, dass es sich bereits um eine Interpretation handelt.  Worum es mir vorrangig geht, ist die Tatsache, dass sich Frauenbestattungen mit Waffenbeigaben nachweisen lassen. Im zweiten Teil dieser Reihe hatte ich einen der zentralen Zirkelschlüsse in der Archäologie behandelt, der es stark erschwert, Kriegerinnen zu erkennen.

Grabbeigaben und Geschlecht

Zu den für die skythische Kultur typischen Grabbeigaben gehören Gegenstände oder Kombinationen von Gegenständen, die in der archäologischen Forschung als geschlechtsspezifisch gelten: Für Frauenbestattungen werden Spiegel, Spinnwirtel, Schminke und paarweise beigegebene Ohrringe als typisch angesehen, für Männerbestattungen Waffen, einzeln beigegebene Ohrringe und das Fehlen von Spinnwirteln.

Leider ist nur selten klar, unter welchen Umständen die Grundlagen für diese Zuordnungen gemacht wurden. Da anthropologische Untersuchungen erst so spät unternommen wurden, dass zuvor archäologisch bestimmte Bestattungen im Nachhinein umbestimmt werden mussten, ist es wahrscheinlich, dass allen usprünglichen Untersuchungen zu den Beigaben die archäologische Geschlechtsbestimmung zugrunde lag (was ich im vorigen Artikel bereits beschrieben hatte). Und da die archäologische Geschlechtsbestimmung den Zirkelschluss (Mann = Schwert = Mann) beinhaltet, ist nicht klar, ob die Beigaben, die in der Forschung als Indiz für entweder weibliche oder männliche Bestattete gelten, tatsächlich als Indiz gewertet werden sollten. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich um eine Projektion von Erwartungen und Vorstellungen der Forschenden auf eine vergangene Kultur handelt. Es ist außerdem grundlegend fraglich, ob die Unterschiede in den Grabbeigaben überhaupt einen Zusammenhang mit dem Geschlecht haben, also tatsächlich auf Geschlechterunterschiede bzw. verschiedene Geschlechteridentitäten zurückzuführen sind oder ob die Verteilung andere Gründe hat.

Interessant sind die sogenannten Mischinventare, in denen sowohl Gegenstände vorkommen, die in der Forschung mit Männergräbern assoziiert werden als auch Gegenstände oder bestimmte Kombinationen, die als Indizien für Frauengräber gelten – und genau diese Mischinventare zeichnen die „Amazonen“-Gräber aus. Den anthropologischen Befunden nach zu urteilen sind Mischinventare bisher nur für als weiblich bestimmte Individuen bekannt – und zwar interessanterweise nur für diejenigen, bei denen “starke weibliche Merkmale am Skelett” (Rolle 1986, 54) erkennbar waren. Das heißt, dass sich vielleicht sogar eine größere Anzahl Kriegerinnen in den Bestattungen verbirgt, da Skelette mit weniger ausgeprägten Merkmalen möglicherweise falsch bestimmt wurden. Ein intensives Reit- und Kampftraining kann außerdem Veränderungen am Skelett bewirkt haben, die unter Umständen ebenfalls zu Fehlbestimmungen führen. (Auch das zeigt wieder, dass unsere Vorstellungen von „männlich“ und „weiblich“ Einfluss auf wissenschaftliche Untersuchungen haben und dass es auch in der Wissenschaft mit der Objektivität schwierig ist.)

Die Interpretationsmöglichkeiten gehen in unterschiedliche Richtungen. Es ist denkbar, dass wir hier Frauen in Männerrollen vor uns haben (sozialer Geschlechterrollenwechsel), dass es sich um eine Abweichung von zwei gesellschaftlich akzeptierten Kategorien handelt, dass wir es mit einer dritten Geschlechtskategorie zu tun haben, wie sie z. B. aus verschiedenen ethnologischen Forschungen bekannt ist, oder dass die Geschlechterrollen flexibler waren als klassischerweise in der Archäologie angenommen wird. Es kann aber ebenso gut sein, dass die Funktion der „Amazonen“ als Kriegerinnen mit dem Geschlecht nichts zu tun hatte. Wir wissen nicht mit Sicherheit, welche Definition von „männlich“ und „weiblich“ (und möglicherweise weiteren Geschlechskategorien) die skythischen und sauromatischen Gruppen hatten und welche Geschlechterrollen und -identitäten es in den entsprechenden Kulturen/Gruppierungen gab. Dementsprechend können wir weder von einem Rollenwechsel ausgehen, der feste Geschlechterrollen voraussetzen würde, noch von einer Trans*-Identität, die das Vorhandensein von binären Geschlechtsidentitäten voraussetzen würde. Eine dritte Geschlechterkategorie ist ebenso denkbar wie die absolute Unwichtigkeit des Geschlechts für die Funktion als Krieger*in.

Die Kriegerinnengräber

Auf antiken bildlichen Darstellungen der Amazonen werden diese häufig mit Streitäxten gezeigt.

Gemme mit Amazone mit Pelta und Streitaxt über dem Kopf © Arachne
Gemme mit Amazone mit Pelta und Streitaxt über dem Kopf
© Arachne

Während Renate Rolle 1986 schrieb, dass materielle Belege für Streitäxte in Frauengräbern nur eine Frage der Zeit sein können, ist inzwischen eine Streitaxt als Beigabe aus einem Grab mit einer anthropologisch als weiblich bestimmten Bestatteten belegt: Als “Amazone von Pazyryk” wird eine junge Frau bezeichnet, die im Kurgan (Grabhügel) 1 im Grabkomplex von Ak-Alacha 1 im Hochaltai bestattet wurde und deren Bestattungsumstände auch ansonsten sehr interessant sind: Es handelt sich hierbei um eine Doppelbestattung der etwa 16-17 Jahre alten Frau und eines etwa 45-50 Jahre alten Mannes, der an Morbus Bechterew gelitten hatte. Die beiden wurden in getrennten Holzsärgen bestattet, beide hatten neben anderen Beigaben jeweils einen Eisendolch, eine eiserne Streitaxt bzw. Streithammer mit Holzgriff, einen nur fragmentarisch erhalteten Köcher mit Pfeilspitzen und Teile eines hölzernen Bogens in unmittelbarer köperlicher Nähe. Zudem fanden sich in beiden Särgen Gürtelschnallen, die erwähnenswert sind, weil innerhalb der Pazyryk-Kultur nur Krieger Gürtel mit Schnallen besaßen. In einem eigenen Grabkammerabschnitt wurden mehrere Pferde bestattet, die wohl zu diesem Anlass getötet wurden, wie die von Streitpickeln eingeschlagenen Schädel annehmen lassen. Dieser Umstand weist zusammen mit vielen anderen reichen Beigaben auf einen hohen Status der Bestatteten innerhalb ihrer Gesellschaft hin. Da die Erkrankung des Mannes nachweislich die gesamte Wirbelsäule stark einschränkte und er nicht eigenständig aufs Pferd steigen konnte, wird die junge Frau als seine Gehilfin und Beschützerin interpretiert, was durch ihre Körperbeschaffenheit und gut entwickelte Muskulatur gestützt wird. Eine beginnende Deformation ihrer Knochen weist darauf hin, dass sie an der gleichen genetisch vererbbaren Krankheit in einem frühen Stadium litt, was ein Verwandtschaftsverhältnis der beiden annehmen lässt. Beide Verstorbenen wurden nicht einfach nebeneinander, sondern gleichzeitig bestattet. Die Todesursache des Mannes mag seine Erkrankung gewesen sein, die Todesursache der jungen Frau ist bisher nicht geklärt. Es ist möglich, dass sie ihm als seine Beschützerin / Gehilfin in den Tod folgen musste oder wollte, allerdings sind zumindest am Knochenmaterial keine Spuren von Gewaltanwendungen gefunden worden.

Im Gebiet der sauromatischen Kultur wurden nach der Archäologin Renate Rolle etwa 20% der Bestatteten mit Waffen und Pferdegeschirr anthropologisch als weiblich bestimmt (Stand 1986). Was die Waffen angeht, herrschen hier vor allem Pfeil und Bogen vor.

Bogen und Goryt (Köcher für Pfeile und Bogen) - Rekonstruktionszeichnung von 1885 © Wikimedia
Bogen und Goryt (Köcher für Pfeile und Bogen) – Rekonstruktionszeichnung von 1885
© Wikimedia

Aus der skythischen Region sind ebenfalls zahlreiche Frauengräber mit Waffenausstattung bekannt.  Es fanden sich um die 130 Gräber im Süden der Ukraine, in denen Kriegerinnen bestattet wurden und die alle ins 5./4. Jh v. Chr. datieren (Stand 2010). Wie es in anderen Regionen zahlenmäßig genau aussieht und wie die Verteilung zeitlich insgesamt ist, ist aus der mir vorliegenden Literatur nicht ersichtlich. Prozentuale Angaben für Skythien fehlen, ebenso wie andersherum die genauen Zahlen aus dem sauromatischen Gebiet. Die Vielfalt der Waffenbeigaben ist in der skythischen Region größer und es finden sich zum Teil auch Kombinationen unterschiedlicher Waffen, was für die Beherrschung unterschiedlicher Kampfarten sprich.  Gefunden wurden Lanzen, Wurfspieße, Schwerter, Dolche, Pfeile, Köcherreste, zudem verschiedene Schutzrüstungsteile wie  Schuppenpanzer und metallverstärkte Kampfgürtel.

An dieser Stelle möchte ich in Erinnerung rufen, dass niemand sich selbst bestattet. Bestattungen geschehen im gesellschaftlichen Kontext und Konsens. Das ist deswegen interessant, weil wir davon ausgehen können, dass die “Amazonen” in ihrer Rolle und/oder Funktion akzeptiert wurden. Renate Rolle erwähnt immer wieder, dass „Amazonen“ aus (fast) allen sozialen Schichten bekannt sind und bezieht sich dabei auf den Ausstattungsreichtum der Gräber. Sie stellt aber auch heraus, dass „Amazonen“-Bestattungen meistens entweder Einzelbestattungen sind oder aber im Falle von Mehrfachbestattungen die Hauptbestattung darstellen und keine spätere Nachbestattung  – das heißt, das Grab wurde für sie angelegt. Auch dieser Umstand kann einen Hinweis auf sozialen Status geben. Insofern ist denkbar, dass ein gewisses Ansehen mit ihrer Rolle/Funktion einhergegangen sein könnte, dass sie also nicht nur akzeptiert, sondern auch geschätzt wurden.

Waffen – tatsächlich benutzt?

Bei Schwertbeigaben in Männergräbern kommt niemand in der archäologischen Forschung auf die Idee, zu postulieren, dass das Schwert nicht von dem hier bestatteten Mann benutzt wurde und dass die Beigabe andere Gründe hatte (es sei denn, das Schwert ist aus Gold, hat keinerlei Gebrauchsspuren, und/oder ist eindeutig nicht funktional – dann wird es als Statussymbol oder Herrschaftsinsigne angesprochen).

Aber bei Frauengräbern mit Schwertern werden keine Mühen gescheut, andere Eklärungen zu finden – und scheinbar wird die Absurdität oft nicht einmal bemerkt. Da gibt es die (beliebte) Annahme, das rituelle Gründe bestehen. Oder die Leichname der Männer, die eigentlich hier bestattet werden sollten, waren nicht verfügbar und mussten durch Frauen ersetzt werden. Oder die Frauen bekamen die Waffen ihrer Väter / Brüder / anderer männlicher Verwandter mit ins Grab. Oder die Waffe im Grab der Frau war ein Geschenk ihres Ehemanns. Oder es könnte sich statt um Frauen um Enarer handeln: Männer, die für die Plünderung eines Aphrodite-Heiligtums von der Göttin mit einem “Frauenleiden” bestraft wurden.
Das alles klingt auf Anhieb sofort viel plausibler als der Gebrauch der Waffen durch Frauen, oder?! (Leider sind das alles ernst gemeinte Vorschläge, wenn auch nicht alle für diese Region und diese Zeit.)

Die anthropologischen Befunde zeigen deutlich, dass die Waffen benutzt wurden und dass die bestatteten “Amazonen” an Kampfsituationen beteiligt waren. So ist z.B. die Beanspruchung durch kontinuierliches Bogenschießen anhand von Verschleißerscheinungen an zwei Fingern der rechten Hand einer Bestatteten aus der Nekropole des Certomlyk-Kurgans (Kurgan 11, Bestattung 2) in der heutigen Ukraine belegt. Eine dreiflügelige bronzene Pfeilspitze war wahrscheinlich die Todessursache einer verhältnismäßig jungen Frau aus der gleichen Nekropole (Kurgan 9, Bestattung 2). Eine 30 bis 40 Jahre alte Frau, die unter anderem mit einer Lanze und einem Eisenmesser in Grusinien (entspricht geografisch dem antiken Kolchis) bestattet wurde, weist eine schwere Verletzung an der linken Schädelseite auf. Diese ist nach Meinung des Ausgräbers als Folge eines Schlags oder Stichs anzusehen und hatte vor ihrem Tod bereits begonnen, auszuwachsen – das heißt, die Bestattete hat diese Verwundung noch eine ganze Weile überlebt. Vergleichbare und weitere Verletzungen finden sich noch an weiteren Skeletten aus anderen Gräbern. Altersmäßig überwiegen jüngere “Amazonen”, was zusammen mit den Verletzungen für einen frühen Tod im Kampf spricht.

Für Schutzrüstungen, die im skythischen Gebiet nachgewiesen werden konnten, wurde übrigens früher in der archäologischen Forschung angenommen, dass Frauen sie aufgrund ihres Gewichts nicht tragen konnten – inzwischen gibt es sowohl Belege für die Nutzung durch anthropologisch als weiblich bestimmte Individuen als auch Belege durch experimentelle Versuche.

Tl; dr

Es gab Personen, die körperlich unserer Definition von “weiblich” entsprachen, aber mit Beigaben bestattet wurden, die in der archäologischen Forschung männlich konnotiert sind. Das wird eventuell als Diskrepanz wahrgenommen – die allerdings nur mit den Erwartungshaltungen und tradierten Denkweisen der Interpretierenden zu tun hat. Es läuft alles darauf hinaus, dass wir zwei konstruierte Kategorien haben, die in der Forschung früher niemals miteinander verknüpft wurden und so nicht in das Bild der traditionellen archäologischen Forschung passen. „Amazonen“-Gräber sind komplexe Bestattungen, die traditionelle Sichtweisen herausfordern und die uns zeigen, dass die bisherigen archäologischen Interpretationen zu wenig Möglichkeiten in Betracht ziehen und dass die archäologische Forschung ihr Weltbild öffnen muss. Unklar bleibt, wie viele anthropologisch als „weiblich“ bestimmbare Individuen mit Waffenbeigaben aufgrund der Beigaben als „männlich“ interpretiert wurden, weil die anthropologischen Bestimmungen nicht durchgeführt wurden. Es ist möglich, dass es viele weitere Gräber von Kriegerinnen oder Jägerinnen gibt, die nicht erkannt wurden. Aber selbst, wenn es sich dabei um Ausnahmen handelt, sind diese wichtig für ein differenziertes Bild der jeweiligen Gesellschaft. Mit jeder übersehenen oder für unwichtig befundenen und daher ignorierten Ausnahme wird ein Bild von Geschlechterrollen und -verhältnissen der Vergangenheit gefestigt, das wegen genau dieser Ausnahme überdacht werden müsste. Wir schaffen uns durch eingeschränkte Interpretationen eingeschränkte Vorstellungen von Rollenbildern in der Geschichte, und übertragen diese dann auf die Gegenwart. Statt dessen muss (nicht nur) die archäologische Forschung ihren Blick schärfen für die eigene Interpretationsbasis, für Verzerrungen und Vereinfachungen, die weder der Vergangenheit noch unserer gelebten Realität gerecht werden.

Ideal wäre es, für anstehende Untersuchungen keine bestimmte Anzahl von Geschlechterkategorien anzunehmen und für Gesellschaftsmodelle offen zu sein, die von unseren bekannten abweichen.

Literaturauswahl

Karlisch, Sigrun M. et al. (Hrsg.): Vom Knochenmann zur Menschenfrau. Feministische Theorie und archäologische Praxis. Münster 1997
(Zu Geschlechterforschung in der Archäologie und der allgemeinen Problematik von Beigaben und Geschlecht)

Parzinger, Hermann: Die Skythen. 2. Auflage, München 2004
(Allgemeines zu den Skythen, nur wenig zu den “Amazonen”)

Rolle, Renate: Die Welt der Skythen. Frankfurt / Main 1980
(Schöner kleiner Band mit vielen Bildern, hauptsächlich zu den Skythen allgemein)

Rolle, Renate: Amazonen in der archäologischen Realität. In: Kreutzer, Joachim (Hrsg): Kleist-Jahrbuch. Berlin 1986, S. 38 – 62
(Wichtiger und wegweisender Artikel zur archäologischen Forschung der „Amazonen“. Verknüpfung von Mythologie und schriftlicher Überlieferung mit den archäologischen Befunden, grundlegende Informationen zu den archäologischen Befunden, Mischinventaren, Interpretation der Gräber, Benutzung der Waffen etc…)

Historisches Museum der Pfalz Speyer (Hrsg.): Amazonen – Geheimnisvolle Kriegerinnen. München 2010, S. 178-181
(Ausstellungskatalog mit Essays zu verschiedenen Themenkomplexen. Mehrere Artikel von Renate Rolle, die als Ergänzung / Update zu ihrem Artikel von 1986 wichtig sind. Außerdem Infos zur Amazone von Pazyryk und Belege für Lamellenrüstungen)

Übrigens: Ausdrücklich nicht empfehlenswert finde ich Die verlorene Geschichte der Amazonen von Gerhard Pöllauer. An den Haaren herbeigezogen und totale Zeitverschwendung.

Kontext zu Rassismus: Rassismus im Kontext

Kontext zu Rassismus: Rassismus im Kontext published on 43 Kommentare zu Kontext zu Rassismus: Rassismus im Kontext

jenesuispascharlie

[CN für alle Links: Rassismus] Frankreich trauert. Europa, die Welt, wir alle trauern um zwölf Menschen. Das Massaker an den Redakteuren von Charlie Hebdo ist ein abscheuliches Verbrechen, eine Tat, die keine Rechtfertigung kennt. Die Morde sind furchtbar, schrecklich, widerlich. Es gibt kein Drumherumreden.

Dennoch bin ich nicht Charlie. Ich trauere um die Toten, aber ich will mich nicht mit einem Satireblatt identifizieren, das allzu oft Rassismen und Islamophobie reproduziert hat. Seit ich diese Tendenzen benenne, wird mir unterstellt, ich wäre irgendwie auf der Seite der Attentäter. Ich würde „victim blaming“ betreiben. Nele Tabler ärgerte sich so sehr über Menschen, die der Meinung sind, Charlie Hebdo könnte mit einigen Bildern Rassismus reproduziert haben und sei deshalb nicht vollkommen unkritisch zu lesen, dass sie einen Blogbeitrag dazu schrieb. Darin schreibt sie:

Obwohl ich schon seit vielen Jahren keine Ausgabe von Charlie Hebdo mehr in der Hand hatte, befindet sich unter den Beispielen auch eine Karikatur, die ich nicht nur kenne, sondern die sogar in meinem Arbeitszimmer an der Wand hängt. Es stellt die französische Justizministerin Christiane Taubira, eine PoC, als Affen dar.

[…] Dass vor knapp zwei Jahren in Frankreich die Ehe für alle (Mariage pour tous) in Kraft trat, ist vor allem der Entschiedenheit, dem Einsatz und den rhetorischen Fähigkeiten von Christiane Taubira zu verdanken. […] Im November 2013 zeigte das Cover der rechten Wochenzeitung Minute ein Foto von ihr und titelte: Maligne comme une singe. Taubira retrouve la banane. (Schlau wie ein Äffin. Taubira trifft [?] eine Banane. [Bin mir unsicher, wie mit welchem Wortsinn retrouver hier übersetzt werden soll]. Schon zuvor war die Ministerin auf Facebookseiten und Demoplakaten mehrmals als Affe bezeichnet worden.

[…] Irgendwann in jenen #idpet Wochen wachte ich nachts auf und wusste plötzlich, was Charlie Hebdo mit der Affenkarikatur bezwecken wollte. Ich wünschte mir das Talent und die Kreativität, jene Hasskommentare ebenso bildlich umsetzen zu können. In eine Karikatur, die klipp und klar zeigt: Das wird gesagt. Das ist gemeint. So sind diese Leute unterwegs. Ein einziges Bild, das mit der ganzen Schlechtigkeit im Gedächtnis hängen bleibt. Und nicht nur eine wage Erinnerung an „Überempörung“, weil inzwischen doch alles wieder gut ist.

Leider kann ich weder zeichnen noch hatte ich entsprechende Ideen, wie so etwas umgesetzt werden könnte. […] Mir blieb nur, die Affenkarikatur auszudrucken, zu rahmen und an die Wand zu hängen.

Ich verstehe sie so, dass sie diese satirische Darstellung (hier ein Link zu einem Tweet mit dem Bild) für sich umdeutete, „verstand“. Dass sie im Kontext ihrer eigenen, höchst negativen Medienerfahrung etwas Positives für sich herauszog. Und sich daher die Karikatur rahmte und an die Wand hängte.

Nele Tabler plädiert dafür, Karikaturen und Satire streng im Kontext zu lesen, in dem sie entstanden. Das ist ein hehrer Wunsch. Spätestens seit dem Beginn der Postmoderne machen sich Inhalte gern selbstständig, werden zitiert, herumgereicht, kurz: entkontextualisiert. Daher ist der Forderung, einen Inhalt streng im Kontext zu lesen, heutzutage gar nicht so einfach beizukommen. Fehlende Kontexte müssen erst mühsam recherchiert werden, und wer macht sich diese Mühe noch in unserer schnellebigen Zeit?

Was bleibt, sind die Bilder, die Inhalte. Und diese normalisieren Rassismus. „Es ist in Ordnung, Schwarze Menschen als Affen darzustellen!“, sagen sie. „Ist doch lustig, lacht halt einfach mit!“, fordern sie.

Vergessen wird bei dieser Argumentation um die Berücksichtigung von Kontext, dass auch Rassismus Kontext hat. Blackface, zum Beispiel. „Ist doch lustig, sich mal als wer anders zu verkleiden! Schwarze dürfen sich doch auch weiß anmalen, wieso also nicht weiße schwarz?“ Kontext, Kontext! Blackface hat, ebenso wie rassistische Karikaturen, eine lange Tradition. Eine Verletzungsgeschichte, die auf der Vormacht weißer Menschen aufbaut und die die Gefühle, Meinung, Würde von Schwarzen Menschen außen vor lässt. Nein, es ist nicht ok, sich sein Gesicht „mit Schuhcreme, Kohle, was auch immer“ anzumalen und Schwarz zu „spielen“. Und nicht nur, dass wir Weißen gern den Kontext von Rassismus vergessen (wie bequem!), nein, mit derartigen „lustigen“ Aktionen werden auch die Rassismuserfahrungen von PoC entkräftet.

Vielleicht würde ein Foto von Christiane Taubira, wie sie sich selbst gern in der Öffentlichkeit zeigt, sich ebenso gut an Nele Tablers Wand machen, eine ähnliche Botschaft aussenden – und ihr auch noch respektvoll begegnen.

christiane_taubira

Im Zuge des germeinsamen Weges zu mehr Awareness daher mein Appell: Trauert um die Opfer des furchtbaren Mordanschlags. Ich tue es auch. Und überdenkt dennoch, ob ihr wirklich ganz und gar hinter den Inhalten von Charlie Hebdo stehen wollt – in aller Konsequenz.

 

Nachtrag vom 14.01.2015: Liebe Nele Tabler: Ich biete dir hiermit an, die von dir vermisste Karikatur von dir zu malen. Vielleicht ist das ein erster Schritt aufeinander zu.

Toleranz – Wer muss sich was gefallen lassen?

Toleranz – Wer muss sich was gefallen lassen? published on 4 Kommentare zu Toleranz – Wer muss sich was gefallen lassen?

stinkfing5Mir ist gerade der Kragen geplatzt. Die ARD ruft zu so genannten „Toleranzwochen“ auf, um in verschiedenen Sendungen von selbsternannten Expert_innen mal wieder durchdiskutieren zu lassen, was sich Leute, die ohnehin schon privilegiert sind, noch alles von Diskriminierten gefallen lassen müssen – und was nicht.

Wer Genaueres darüber erfahren möchte, kann das hier nachlesen: Toleranzwoche bei der ARD: Spiel ohne Reflexion

Ich hab diese Verachtung so satt! Ich bin eine lesbische Frau*. Und ich frage mich, was wir – die “Unnormalen” – uns eigentlich noch alles bieten lassen müssen. Und ob meine Toleranz gegenüber Privilegierten nicht langsam am Ende ist. Deshalb möchte ich die ARD und diejenigen, die als sogenannte „Norm“ und Mehrheit gelten, auch mal was fragen:

Müssen wir es uns gefallen lassen, nicht die gleichen Rechte wie unsere Mitbürger_innen zu haben?

Müssen wir es uns gefallen lassen, in den öffentlich rechtlichen Programmen diskreditiert zu werden? Damit es weiter salonfähig bleibt, unser Leben und unsere Menschenwürde zu diskutieren?

Müssen wir es uns gefallen lassen, als öffentliches Ärgernis zu gelten, wenn wir uns einfach im Alltag frei auf der Straße bewegen?

Müssen wir es uns gefallen lassen, dass unser Intimleben ständig als pervers, gestört und unnormal bezeichnet wird?
IHR MACHT MICH KRANK!

Müssen wir es uns eigentlich gefallen lassen, von anderen nie gefragt zu werden, was wir uns alles gefallen lassen müssen?

Wo ist eure Empathie? Wo ist eure Menschlichkeit? Eure Nächstenliebe? Fragt uns doch einfach mal! Wie es uns bei alldem geht. Wie weh das tut, ständig verletzt zu werden und von anderen nur ein Schulterzucken zu kassieren, wenn eins diese Probleme anspricht.

„tolerare“ = erleiden, erdulden: Wir leiden unter euch, verdammte Scheiße, nicht umgekehrt.

 

[Tipp: Zum Begriff Toleranz hat @sanczny auch schon Gedanken aufgeschrieben: Toleranz ist Nettigkeit für Menschen, die anders sind, nachdem wir sie anders gemacht haben.

Und noch ein kurzer und wichtiger Nachtrag:

Die SZ hat das Thema genau mit dem richtigen Fingerspitzengefühl behandelt: Hier berichten Diskriminierte über ihre Erfahrungen im Alltag. Damit wird sehr gut vor Augen geführt, wie sich hinter scheinbar harmlosen Fragen/Kommentaren Rassismus, Ableismus, Heterosexismus versteckt – und wie Betroffene unter diesen beständigen Sticheleien leiden: Ausgrenzen mit vier Buchstaben

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