Skip to content

So fällst Du Mädchen auf: Eine satirische Antwort

So fällst Du Mädchen auf: Eine satirische Antwort published on 18 Kommentare zu So fällst Du Mädchen auf: Eine satirische Antwort

Eine satirische Antwort auf den Artikel „So fällst Du Jungs auf: 100 Tipps für eine Hammer-Ausstrahlung!“ auf Bravo.de.

[Nachtrag vom 15.07.2015: Bravo.de hat den Artikel am Abend des 14.07.2015 offline genommen und heute eine Stellungnahme veröffentlicht.]

(cc) by Epsos.de, via Flickr
(cc) by Epsos.de, via Flickr

So fällst du Mädchen auf: 100 Tipps für eine Hammer-Ausstrahlung

Wow! Hättest Du gedacht, dass Du mit einem Lächeln jedes süße Mädchen verzauberst? Oder dass rote Kleidung ihre Blicke fesselt und eine gute Haltung Dich viel taffer und noch begehrenswerter erscheinen lässt? Wir verraten Dir 100 superleichte Tipps – mit RIESIGER Wirkung!

Beauty: Funkelaugen, Apfelbäckchen: Mit ganz einfachen Tricks wirst Du noch schöner und anziehender für Mädels!

Die 100 Tipps:

1 Betone Deine Lippen mit Gloss. Das lässt sie voller erscheinen, wirkt sexy und zieht die Blicke der Mädels auf Dich.

2 Damit gehst Du Deinem Schwarm nicht mehr aus dem Kopf: Trage jeden Tag dasselbe Parfüm. Riecht sie es irgendwo an anderen Boys oder Männern, denkt sie sofort an Dich.

3 Es gibt nur eine Frisur, die alle Mädels lieben: keine! Haare offen ist der absolute Top-Favorit von Mädchen.

4 Rasiere regelmäßig Deine Beine und Achseln. Boys, die sich gut pflegen, wirken sexy auf Mädels. Sie mögen es, wenn ein Junge sich Mühe mit seinem Aussehen gibt.

5 Viele Mädels stehen auf frische Boywangen. Benutze immer Rouge – das wirkt gesund und sexy auf Mädchen!

6 Alle Boys in Deiner Klasse schminken oder frisieren sich ähnlich? Wunderbar – dann style Dich ganz anders. Einzigartigkeit fällt Mädels positiv auf!

7 Trage keinen farbigen Lack auf deinen Nägeln. Viele Mädels finden das mackermäßig. Besser: durchsichtiger Lack.

8 Schmink Dich jeden Tag anders. Wer immer gleich aussieht, wird irgendwann unsichtbar für Mädels.

9 Wie du weißt, erregst Du die Aufmerksamkeit eines Mädchen auch über Deinen Duft. Sprühst Du Dein Parfüm ins Haar, hält es länger.

10 Betone Deine Augen mit Wimperntusche. Das verleiht Deinem Blick mehr Strahlkraft und wirkt sexy auf Mädels.

11 Kaum zu glauben, aber Mädels lassen sich von kleinen Accessoires beeindrucken. Mach Dir z.B. eine Klammer ins Haar – das lenkt den Blick auf Dich.

12 Hab immer Zahnpflegekaugummis dabei. Die sorgen für frischen Atem und Du kannst sie deinem Schwarm anbieten – so kommt ihr auch noch leichter ins Gespräch!

13 Mach Dich nicht verrückt wegen eines Pickelchens oder Deiner Zahnspange. Beides haben auch Mädels. Je entspannter Du Deinem Aussehen gegenüber bist, umso schöner wirkst Du!

14 Benutze eine Glanzspülung. Damit sieht Dein Haar gepflegter aus. Und Mädels achten besonders auf schöne Haare!

(cc) by Gavin Anderson, via Flickr
(cc) by Gavin Anderson, via Flickr

Mimik & Gestik: Deine Körpersprache kann Dir eine fantastische Ausstrahlung verleihen. Entdecke hier, wie Du Dich richtig bewegst, redest und guckst!

15 Mädels fallen lächelnde Boys eher auf als finster dreinblickende. Freundlichkeit wirkt anziehend!

16 Wer aufrecht geht und steht, wirkt nicht nur größer, sondern auch reifer. Und Mädels werden von reiferen Boys magisch angezogen.

17 Guck Deinen Schwarm an – auch wenn sie Dich gerade nicht sieht. Sie spürt sicher Deinen Blick auch auf größere Entfernung und wird sich gleich nach Dir umdrehen.

18 Ahme ihre Gesten nach: Lehnt sie sich nach rechts, lehnst Du Dich ebenso in die Richtung, stützt sie den Kopf auf die Hände, machst Du das auch. Dadurch nimmt sie Dich unterbewusst als total sympathisch wahr.

19 Sprichst Du mit Deinem Schwarm, versuch sie leicht zu berühren. So schaffst du mehr Nähe und sie fühlt sich mehr zu Dir hingezogen.

20 Der Klassiker: Stolpere in Deinen Schwarm hinein. Entschuldige Dich überschwänglich bei ihr. Sie wird Dich total niedlich finden, weil Du ein kleiner Tollpatsch bist.

21 Guck sie an. Guckt sie zurück, wende Deine Augen ab. Sie wird sofort wieder versuchen, Deinen Blick zu erhaschen, weil Du so sexy, unerreichbar und geheimnisvoll wirkst.

22 Deine Traumfrau kommt an Dir und Deinem Freund vorbei? Tut so, als hättet ihr den Spaß eures Lebens und lacht laut. Mädels lieben witzige Boys.

23 Geh langsam und aufrecht an deinem Schwarm vorbei. Ruhige Bewegungen lassen Dich älter und selbstbewusster wirken!

24 Wenn Du mit einem Mädchen sprichst, spiele dabei mit einer Strähne Deines Haares. Das wirkt jungenhaft und ziemlich süß!

25 Flirte mit den Augen! Lass Deinen Blick einmal von oben nach unten über sie wandern. Schenk ihr dann ein kleines Lächeln und geh einfach weiter. Sie wird wahnsinnig werden vor Neugier, was Du jetzt über sie denkst. Von nun an sucht sie Deine Nähe – wetten?

26 Egal, mit wem Du sprichst – hör nicht auf, während des Redens zu lächeln. Das lässt Dich charmanter wirken – und das nicht nur bei Deiner Gegenüber. Beobachtet Dich Dein Schwarm dabei, wirkst Du auch auf sie süßer und sexier.

27 Stell Dich ruhig mal alleine in die Nähe Deines Schwarms. So erregst Du eher die Aufmerksamkeit der Mädels, als wenn Du in einer Gruppe mit anderen süßen Boys stehst.

28 Und: Boys, die allein unterwegs sind, wirken reifer, interessanter, geheimnisvoller und zugänglicher. Je mehr andere Boys um dich herum sind, umso niedriger Deine Chance, angesprochen zu werden.

29 Tu für eine Weile so, als wäre Dein Schwarm Luft. Mach das aber so, dass sie es merkt. Deine Ablehnung wirkt wie ein Magnet auf sie.

30 Wenn Du Dich mit einer schnuckeligen Frau unterhältst, schau ihr bewusst nur in ein Auge. Damit wirkst Du ruhiger und konzentrierter. Das ist die absolute Charme-Hypnose!

31 Halte Deine Hände ruhig, wenn Du mit einem hübschen Mädchen sprichst. So wirkst Du gefasst und sicher und nicht so kindisch wie andere Boys.

32 Acht darauf, öfter mal Deine Haare aus dem Gesicht zu streichen. Und zwar so, dass Du Deinen Hals freilegst. Auf Mädels wirkt das betörend sexy.

33 Sprich ein wenig tiefer, wenn Dein Schwarm in der Nähe ist. Das wirkt sexy und reifer.

34 Hände aus dem Gesicht! Wer an den Lippen knibbelt oder Nägel kaut, wirkt abtörnend.

35 Stehst Du auf dem Schulhof oder an der Bushaltestelle, dann überkreuz mal Deine Beine. Diese Pose lieben Star-Boys, weil sie schlank macht und sexy wirkt!

36 Du willst einem Girl in der Schule auffallen? Dann stell Dich an den Rand des Schulhofs. Wer in der Mitte steht, wird leider ganz gern übersehen!

37 Wirf öfter mal Dein Haar lässig zurück. Das wirkt überlegen und zeigt, dass ein Mädchen sich ins Zeug legen muss, um Dich zu erobern. So weckst Du ihren Jagdinstinkt!

38 Guck Mädels eher immer leicht von unten an. Das wirkt am süßesten auf Mädchen!

39 Nur laute Boys fallen auf? Stimmt nicht. Wer sich ruhig verhält, wirkt geheimnisvoller und damit interessanter auf Mädels.

40 Wenn Du schon die Hände in Taschen stecken willst, dann in Deine Potaschen, nicht die vorderen. Diese Pose wirkt offener, Du stehst gerader und kommst präsenter und cooler rüber.

41 Guck beim Gespräch mit einem Mädchen nie woanders hin als in ihre Augen bzw. ihr Gesicht. Sie nimmt Dich dann intensiver wahr!

(cc) by Nicolas Alejandro via Flickr
(cc) by Nicolas Alejandro via Flickr

Styling: Cool oder sexy? Minirock oder Jeans? Finde jetzt raus, was Dich unwiderstehlich macht!

42 Mach nicht jeden Trend mit! Je individueller Du Dich kleidest, umso eher stichst Du aus der Masse heraus und einem Mädel ins Auge.

43 Binde Dir einen orangen- oder pfirsichfarbenen Schal um. Der bringt Deinen Teint zum Leuchten und lässt Dich attraktiver wirken.

44 Zieh die Ärmel Deines Pullis etwas über Deine Hände. Das wirkt unverschämt sexy und zugleich sooo süß auf Mädels!

45 Ebenfalls total süß und männlich macht Dich eine Jacke mit Kunstpelzkapuze. Zieh sie Dir über und wecke so die romantische Ader in allen Mädels!

46 Du willst eine sexy Ausstrahlung? Dann wähle ein Top, dessen Ausschnitt eine Schulter rausblitzen lassen kann.

47 Klimpernde Armreife senden akustische „Werd auf mich aufmerksam“-Signale an Mädelsohren.

48 Dezente, funkelnde Ohrringe unterstreichen das natürliche Glitzern Deiner Augen. Unwiderstehlich!

49 Mädels stehen auf Boys, die reifer rüberkommen. Hierfür sind Perlen der absolute Geheimtipp. Sie machen Dich in Form von Ketten oder Ohrringen schlagartig viel älter.

50 Du willst bei Mädels Sympathien wecken? Das geht am besten mit Karo-Klamotten. Die wirken frech, freundlich und machen aus Dir einen Boy zum Pferdestehlen!

51 Zieh nie zwei Tage hintereinander dieselben Klamotten an. Mädels fallen nur neue Eindrücke auf!

52 Du hast eine große Schwester? Super. Schnapp dir ihr Hoodie und zieh ihn in die Schule an. Die Mädels werden denken, er ist von Deiner Freundin. Und das macht dich total begehrenswert für sie!

53 Egal ob Du auf Stiefel, Sneakers, Röcke oder Blusen stehst: Achte darauf, dass Deine Sachen immer gepflegt und sauber aussehen. Nur dann wirkst du erwachsen und cool.

54 Dein Ausschnitt kann noch so tief sein – wenn Du Dich in Deinem Outfit nicht wohlfühlst, war alles umsonst. Also greif lieber zu Klamotten, an denen Du nicht die ganze Zeit rumzupfen musst und in denen Du Dich magst. So kommst Du selbstsicher rüber!

55 Trage lange Ohrringe! Sie ziehen die Aufmerksamkeit auf die weichen Kurven Deines Halses – das finden Mädels zum Anbeißen!

56 Style Dich bloß nicht zu sexy. Tiefe Ausschnitte und superkurze Röcke kommen in Mädelsaugen eher schlamperhaft rüber.

57 Imitiere ihren Style! Dein Schwarm trägt am liebsten Grün? Zieh Dir auch grüne Sachen an. Die stechen ihr viel mehr ins Auge als andersfarbige Teile.

58 Wenn Handschuhe, dann entscheide Dich für fingerlose Modelle. Die wirken in Mädelsaugen besonders männlich!

59 Es müssen keine 10-cm-High-Heels sein. Aber ein leichter Absatz verleiht Dir einen wogenden Gang, der die Blicke der Mädels einfach magisch anzieht, weil er so selbstbewusst und sexy wirkt.

60 Trag öfter mal eine coole Trainingsjacke! Mädels lieben es, wenn Boys entspannt und gemütlich statt eingebildet rüberkommen.

61 Witzige Accessoires, z.B. eine Tasche in Ghettoblaster-Optik, sind ein super Hingucker – auch für Mädels. Außerdem liefern sie den Frauen einen Grund, Dich anzusprechen.

62 Trag nicht immer Schwarz. Das ist eine Tarnfarbe für Mädelsaugen!

63 Zeig, dass Du ein Boy bist! Je männlicher Du Dich kleidest (Rock, Kleid), umso attraktiver wirkst du auf Mädels!

64 Rote Klamotten garantieren Dir eine lebendigere und leidenschaftlichere Wirkung. Heiß!

65 Schaff durch Dein Styling Nähe zu Deinem Traummädchen. Sie steht auf eine bestimmte Band? Leg dir ein Shirt der Band oder ein Schlüsselband mit ihrem Bandlogo zu – das lässt Dich cooler auf Mädels wirken!

66 Es ist toll, wenn Du einen ABF hast – aber ihr müsst nicht im Partnerlook rumlaufen. Das wirkt nur kindlich und peinlich auf Mädels.

67 Anhängerringe klimpern so wunderbar sexy, dass die ganzen Mädels sich nach Dir umdrehen werden.

68 Willst Du freundlicher und witziger bei Mädels rüberkommen? Dann wähle gelbe Accessoires.

69 Dekoriere Deinen Rucksack, Handy etc. NICHT mit 1.000 Kuscheltieren oder Anhängern. Wenn Du’s übertreibst, wirkst Du schnell kindlich und albern.

70 Verzichte bei Klamotten und Accessoires auf die Farbe Rosa! Alle Mädels hassen sie! Weil Du damit sooo kindisch wirkst. Und kleine Boys werden nie angesprochen!

71 Löcher und Risse in Deiner Jeans verwandeln Dich in Mädelsaugen nicht nur in ein besonders unmackeriges Exemplar von einem Typen. Da sie Deine Haut durchblitzen lassen, wirkst Du damit extrem sexy!

72 Mädels stehen auf die Farbe Weiß, vor allem an Hosen. Sie wirkt so schön unschuldig, macht gleichzeitig älter und strahlt so sehr, dass Dich jedes Mädchen sofort sehen MUSS!

(cc) by Courtney Rhodes, via Flickr
(cc) by Courtney Rhodes, via Flickr

Flirten: Und jetzt haben wir noch Flirt-Tipps für Dich, die Dich superanziehend wirken lassen

87 Mach Dich rar! Beantworte nicht jede SMS, die ein Mädchen Dir schickt. Es macht Dich total spannend, wenn sie um Deine Gunst kämpfen muss!

88 Steck einem süßen Mädchen einfach mal handgeschriebene Zettel zu, auf denen steht: „Ich wollte nur mal ‚Hi‘ sagen …“ Tausend Mal süßer als eine SMS – und Kreativität kommt immer super an!

89 Schicke ihr per Mail ein Filmplakat und schreibe dazu: „18 Uhr Kino, kommst Du mit? Ich würde sogar mein Popcorn teilen.“ Bei einem so lockeren, charmanten Angebot kann sie gar nicht „Nein“ sagen!

90 Wirf einen Schneeball zu einer Gruppe Mädels und grinse frech rüber. Das zeigt, dass Du mit voller Absicht flirtest. Girls lieben es, wenn ein Typ auch mal die Initiative ergreift!

91 Setz Dich für Deinen Schwarm ein, wenn sie von anderen fertiggemacht wird. Das erfordert zwar etwas Mut, aber sie wird froh über Deine Unterstützung sein und es toll finden, dass Du so stark bist!

92 Du willst ein süßes Mädchen kennen lernen? Tu so, als würdest Du sie kennen. Wenn Du Deinen Fehler „überrascht“ feststellst, sag: „Ich dachte, Du wärst jemand anderes – aber du bist tatsächlich noch süßer!“ Mutige Boys kommen immer gut an!

93 Ein hübsches Mädchen ist in ein peinliches Gespräch mit einem Verehrer verwickelt und total genervt? Geh selbstbewusst dazwischen. Hak Dich einfach bei ihr unter und frag sie, ob sie was essen gehen mag. Sie wird Dir für die Erlösung danken!

94 Lustige, selbstironische Sprüche zeigen, dass Du Dich selbst nicht so ernst nimmst und unkompliziert bist!

95 Mach spontane Dates mit Wow-Effekt! Schick eine SMS an ein Mädchen mit: „Ich hol mir einen McFlurry. Lass alles liegen und leiste mir an meinem Tisch Gesellschaft.“ Das wirkt total cool und selbstsicher – dabei aber immer noch sehr charmant!

96 Ein paar süße Mädels aus Deiner Clique überlegen, was sie abends machen sollen. Schlage Kino vor und frag sie, welchen Film sie sich anschauen möchten. Leg Wert auf die Meinung von jeder! Sie freuen sich garantiert, dass Du so aufmerksam bist. Denn einen einfühlsamen Typ wünschen sich einfach alle Mädchen!

97 Ihr steht in einer Gruppe zusammen? Dann lehn Dich beim nächsten Scherz lachend an sie. Das wirkt nicht, als würdest Du sie anmachen. Aber trotzdem wird sie Deine Nähe genießen.

98 Geh mit Sätzen wie „Du wirst sicher oft angesprochen“ oder „Du erinnerst mich an …“ (Name eines heißen Stars) auf sie zu. Diese versteckten Komplimente lassen Dich nicht zu aufdringlich wirken, bezaubern sie aber schlagartig.

99 Stell ihr eine auf dich bezogene Frage, z.B. „Findest Du, mir steht dieser Mantel?“ Durch diese Frage bewirkst Du, dass das Mädchen sich total geschmeichelt fühlt. Außerdem erscheinst Du sehr mutig und selbstbewusst, weil Du Dich ihrer Kritik stellst.

100 Sei Du selbst! Bei jedem Kontakt mit Mädels ist das die wichtigste Ausstrahlungsregel. Wenn Du Dich nicht verstellst, bist Du total umwerfend.

„Cybermobbing“ unter Jugendlichen und die allgemeine Ratlosigkeit

„Cybermobbing“ unter Jugendlichen und die allgemeine Ratlosigkeit published on 8 Kommentare zu „Cybermobbing“ unter Jugendlichen und die allgemeine Ratlosigkeit

Internet

Mit „Cybermobbing“ wird gemeinhin Mobbing unter Schüler*innen bezeichnet, das online stattfindet. Manchmal ist auch Mobbing unter Erwachsenen mitgemeint, wobei hier oft nicht ausreichend von Hate Speech, Stalking oder anderen Straftaten abgegrenzt wird. Seit einigen Jahren nimmt die Berichterstattung zu Internetmobbing an Schulen (gefühlt) zu. Meistens werden die Geschichten der Opfer erzählt – was gut ist – doch auch wenn versucht wird, Auswege aus der Gewalt zu finden, Auswege aus der Gewalt aufzuzeigen, werden nur die Leidtragenden angesprochen. So ist es auch in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift des Deutschen Frauenrats, die ich hier herausgreife, die aber keinesfalls einen Einzelfall darstellt.

Unter dem Artikel findet sich ein Kästchen mit Tipps: „Was tun bei Cybermobbing?“. Gleich der erste Ratschlag ist, dass Opfer so wenig wie möglich Privates von sich online stellen sollen. Dieser Satz ist als Ratschlag absolut unbrauchbar, denn er sagt vor allem eines aus: Du bist Schuld, wenn Menschen dich bedrohnen oder beleidigen, denn du hast falsch gehandelt! Das ist Victim Blaming. Menschen müssen so viel oder so wenig über sich preisgeben dürfen, wie sie möchten – verwerflich oder gar strafbar ist, was Täter*innen mit dem Wissen tun, das sie erwerben.

Und was ist in Zeiten von sozialen Netzwerken denn „zu viel Privates“? Alle Menschen (bei Weitem nicht nur Jugendliche!) müssen den Umgang mit dem Internet lernen und verstehen, was mit ihren Daten passieren kann. Die Schlussfolgerung kann aber nicht sein, nichts mehr online zu stellen. Angstmacherei ist keine Medienkompetenz. Gerade Menschen kurz vor dem Eintritt ins Berufsleben, also Schüler*innen, müssen sich heutzutage verstärkt online präsentieren, zum Beispiel in extra dafür vorgesehenen Jobnetzwerken. Ähnliches gilt bei politischem Engagement: Menschen, die Ämter innehaben oder Aufgaben übernehmen, haben oft online auffindbare Kontaktdaten, um zum Beispiel für Journalist*innen ansprechbar zu sein. Jugendliche von solchen Aufgaben auszuschließen, kann nicht die Lösung sein, vor allem nicht, da so oft behauptet wird, Jugendliche seien politikverdrossen und würden heutzutage gar keine Verantwortung mehr übernehmen wollen.
Sich im Internet – auch mit privaten Daten – darzustellen, ist nicht immer nur lustige Spielerei, es ist in der heutigen Welt auch gängige Praxis. Wer sich dem grundsätzlich verwehrt, wird an einigen Stellen ausgeschlossen bleiben, Aufträge nicht bekommen, wichtige Chancen verpassen. Jugendliche müssen sich auch im Netz ausprobieren können – unsere Aufmerksamkeit muss sich auf diejenigen richten, die zu Mobber*innen oder Gewalttäter*innen werden. Davon ist in den Tipps des Frauenrats nichts zu lesen, denn es geht weiter mit Ansprachen an diejenigen, die bereits zum Opfer wurden und nun Schadensbegrenzung betreiben müssen.

Oft schwingt bei der Debatte rund um „Cybermobbing“ an Schulen mit, Mobbing sei im Internet erfunden worden. Lehrer*innen und Eltern stehen angeblich plötzlich vor einem großen Problem und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Als ich in die Unterstufe ging, da waren wir Schüler*innen noch keine Internetnutzer*innen und trotzdem wurde gemobbt. Da wurden Fotos aus so genannten Freundschaftsbüchern geklaut und zusammen mit diffamierenden Texten in der Schule verteilt. Da wurde laut in der Klasse gelästert, da wurden Leute auf dem Nachhauseweg verfolgt und am Nachmittag bei diesen Leuten angerufen (weil es offene Telefonlisten gab, ganz analog auf Papier). Und schon damals waren die Lehrer*innen überfordert, schon damals fühlten sie sich oftmals nicht zuständig und schon damals richteten sich ihre Psychologisierungen und Ursachensuche oft an die Opfer. Scheinbar hat sich da wenig geändert, denn der Experte im Magazin des Frauenrats wird wie folgt zitiert: „Als Risikofaktoren gelten mangelndes Einfühlungsvermögen und geringes Selbstwertgefühl“. Nein, hier sind nicht die Täter*innen gemeint, es geht um die Opfer. Hier werden Gründe dafür gesucht, die rechtfertigen, dass Menschen von anderen Menschen fertig gemacht werden.

Der Untertitel des Artikels lautet „Cybermobbing unter Jugendlichen hat massiv zugenommen – viele Eltern sind alarmiert“. Sind eigentlich auch die Eltern der Täter*innen alarmiert? Wann wird sich mal damit beschäftigt, was Menschen zu empathielosen Täter*innen macht? Und gemeint ist keine Diskussion rund um Videospiele, „Problemfamilien“ oder gar Religion, was klassischerweise nach Gewalttaten passiert. Was total fehlt, ist die Gefährder*innenansprache und auch die Ursachenforschung, was schon Schüler*innen zu Gewalttäter*innen macht. Im Artikel der Zeitschrift Frauenrat findet sich dazu nur folgende Erklärung: „Unbedachtheit spielt eine große Rolle. Viele stellen aus Wut oder aus Versehen etwas ins Netz“. Wenn wir von Mobbing sprechen, sprechen wir von anhaltendem, systematischem Ausschließen, Beleidigen, Bedrohen und so weiter. Das hat mit Versehen nichts zu tun. Allein schon der Begriff „Cybermobbing“: Wer heute noch ironiefrei „Cyber“ sagt, sagt sehr viel darüber aus, wie gut er oder sie sich im Internet auskennt. „Cyber“ klingt nach „im Internet surfen“, „das geheimnissvolle World Wide Web entdecken“ – und auch nach „Weltraum“, „weit weg“ und „nicht echt“. Gerade, wenn wir über Gewalt im Netz reden, ist es fatal, solche Assoziationen zuzulassen.

Zum Glück spricht der Artikel auch einen sehr wichtigen Punkt an, nämlich welche Folgen für die Opfer von Mobbing bleiben: „Depressionen, Angststörungen, Wut, aggressives Verhalten, psychosomatische Beschwerden, Schulphobie, posttraumatische Belastungsstörungen bis hin zu Suizidgedanken und Suizidversuchen.“ Und zusätzlich dazu sollen sich Opfer noch damit beschäftigen, mit welchem Verhalten sie die Gewalt ausgelöst haben? Das ist unzumutbar und unmenschlich.

Gewalt ist real, egal ob im Internet oder auf dem Schulhof. Mobbing ist Gewalt und kein Versehen. Und Schuld tragen weder die Opfer noch die genutzten Instrumente, Schuld tragen die Täter*innen.

Awareness oder Awareless: Gedanken zum Fehlermachen

Awareness oder Awareless: Gedanken zum Fehlermachen published on 3 Kommentare zu Awareness oder Awareless: Gedanken zum Fehlermachen

diegruetze

Ich habe vor einigen Tagen Scheiß gebaut. Begonnen hat alles mit dem Artikel über Jürgen von der Lippe, der einen Schwall misogyner, biologistischer Äußerungen und flacher Witze losließ und es damit auf Spiegel online schaffte. So weit, so normal, so traurig. Es ist an der Tagesordnung, dass weiße Cis-Männer Stimmung machen gegen Gruppen, denen sie nicht angehören. Mich macht das jedes Mal traurig und wütend, zumal die Argumentationslinien eigentlich immer von vollständiger Unfähigkeit zum Aneinanderreihen logischer Schlüsse sowie mangelnder Empathie zeugen.

Ich wähle in solchen Fällen oft einen satirischen Umgang mit dem aktuellen Stein des Anstoßes: Ich versuche, die Aussagen weiter zu überspitzen und so auch für die un-awarste Person der Welt ins Absurde zu treiben. Mir hilft das meist, Distanz zum Thema zu bekommen.

Dieses Mal griff ich damit allerdings vollkommen ins Klo. Denn meine eigene Satire ließ sich nicht von dem Flachwitz von Herrn von der Lippe unterscheiden. Im Gegenteil, mein Verhalten war leicht so lesbar, dass ich die misogyn-biologistische Meinung unterstützte!
Ich merkte das allerdings erst, als ich auf Twitter darauf hingewiesen wurde. Mehrfach.

Zunächst verhielt ich mich nicht eben wie eine erwachsene Person, wenn sie einen Call-out erhält: Ich blockte ab, leugnete, relativierte. Ich rechtfertigte mich, forderte für mich Verständnis ein und verstand die Argumente meiner Kritiker*innen nicht. „Ich bin doch Queer-Feministin, die sind doch per definitionem nicht biologistisch, wie kann ich da biologistische Scheiße verzapfen?“ So lautete mein inneres Argument, das mich davon abhielt, weiter nachzudenken und mit unvoreingenommenen Augen meine eigenen Aussagen anzuschauen.

Tja, Pustekuchen. Denn natürlich kann sich auch eine Queer-Feministin kacke und biologistisch verhalten – zum Beispiel, wenn sie ihr Verhalten in bestimmten Kontexten sieht – und die Augen vor anderen Kontexten verschließt.

Inzwischen sehe ich meinen Fehler deutlich. Und auch, wenn ich etwas „nicht so gemeint habe“, gilt natürlich: Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht. Ebenso, wie Frauen* sexistisch sein können, kann auch ich als Queer-Feministin biologistische Diskriminierung reproduzieren. Auch klar ist mir inzwischen, dass ich durch mein unawares und unreflektiertes Verhalten Menschen verletzt habe. Dafür möchte ich hier nochmals um Entschuldigung bitten – rückgängig machen kann ich das Geschehene leider nicht.

otherland2

Ich bin sehr froh um diejenigen, die Stellung bezogen haben gegen meine Aussagen. Und um die, die die Zeit und Kraft gefunden haben, sich mit meinem Verhalten auseinanderzusetzen und mir zu erklären, wo ich meinen Fehler nicht von mir aus gesehen habe. Dass diese Art von Feedback nicht einforderbar ist, ist mir bewusst, und umso dankbarer bin ich, es erhalten zu haben.

Menschen werden nicht aware für Diskriminierungen geboren, im Gegenteil: Die Mechanismen der Sozialisation tun ihr Möglichstes, sie früh in den Mainstream einzupassen, und der ist alles, aber nicht aware. (Ich verwende die Begriffe „Awareness“ und „aware sein“ im Sinne der Bewusstheit, dass vielfältige Diskriminierungsstrukturen existieren, von denen einige profitieren und von denen andere ausgeschlossen sind, und dem daraus folgenden Wunsch, diese Strukturen mindestens im eigenen Handeln und Denken zu überwinden.) Natürlich gibt es auch Menschen, die Diskriminierungen und die dahinterliegenden Strukturen schon früh erkennen gelernt haben, sei es durch Erziehung oder eigene frühe Lernerfahrungen. Die Regel ist das aber leider nicht.

Für mich war mein persönliches Aware-Werden ein Prozess, der nicht gerade systematisch verlief. Ich bin da so irgendwie reingestolpert, Schrittchen für Schrittchen, weil mir Menschen wichtig sind. Alle Menschen. Nicht nur die schönen schlanken weißen Upperclass-Cis-Heten, die einer überall um die Ohren gehauen werden. Und irgendwann auf dem Weg begann ich, Diskriminierungen wahrzunehmen. Erst in einem Bereich, dann in einem weiteren, und so weiter. Ich habe die einschlägigen Werke der feministischen Primärliteratur nicht gelesen. Mein Zugang ist hemdsärmelig. Ich bin eine von denen, die im Bereich Antidiskriminierung die Sekundärliteratur bevorzugt. Weil sie meist näher an meinem Alltag und verständlicher aufbereitet ist, und weil meine Kapazitäten für theoretische Abhandlungen begrenzt sind durch meine berufsbedingte Beschäftigung mit karger Fachliteratur.

Auch darum mache ich Fehler, und ich mache sie nicht zu knapp. Vor wenigen Jahren noch wäre ich eine von denen gewesen, die nicht verstanden hätte, was Cis-Sexismus überhaupt sein soll, auf welch vielfältige Weise mein Weiß-sein mir das Leben erleichtert oder welche Vorteile ich durch meine Heterosexualität genieße. Ich hatte so viele leere Flecken auf der Landkarte „Awareness“, ich kann sie gar nicht zählen. Mit der Zeit wurden diese Bereiche weniger. Ich verstand mehr. Die Zusammenhänge, die Strukturen, wer auf welche Weise von Diskriminierung profitiert.

Viele Lektionen lernte ich durch die Fehler, die ich machte. Fehler im Umgang mit anderen, bei denen ich mich – natürlich! – zunächst im Recht sah und nicht die Notwendigkeit, mein Verhalten zu hinterfragen. Fehler, bei denen ich andere Menschen verletzte, ihnen Unrecht tat – und es oft erst viel später merkte. „Sich seiner eigenen Privilegien bewusst zu werden, ist ein schmerzhafter Prozess!“ sage ich inzwischen oft, und ich sage es aus Erfahrung. Diese Art von Offenheit, die nötig ist, um Kritik zuzulassen, macht auf sehr persönlicher Ebene verletzlich. Wenn ich Fehler eingestehen muss, dann muss irgendwas an meinem Bild der Welt, meinen Werten, meinen Normen, falsch gewesen sein! An mir. Wer weiß, was dann noch alles falsch ist? Fehler machen und zugeben ist wohl niemandes Lieblingsbeschäftigung .

Umso wichtiger finde ich es als Person, die bereits einige Schritte auf dem Weg zu Awareness gegangen ist, offen für Kritik zu bleiben, und einen positiven Umgang mit Fehlern zu pflegen, bei mir selbst und, wenn die Kraft da ist, auch bei anderen.

Besserer Umgang mit Hate Speech – Ideen zur Abwendung des Feminist Burnout

Besserer Umgang mit Hate Speech – Ideen zur Abwendung des Feminist Burnout published on 3 Kommentare zu Besserer Umgang mit Hate Speech – Ideen zur Abwendung des Feminist Burnout

Dieser Text ist die Nachbereitung meiner Session auf dem Barcamp Frauen 2013 letzten Samstag in Berlin. Danke an alle Teilnehmer*innen – eure Ergänzungen sind hier eingeflossen. Ich kann hier leider nicht alles Gesagte ganz detailiert aufschreiben, da manche Strategien besser im geschützten Raum weitergegeben und nicht veröffentlicht werden.
Ganz herzlichen Dank an @AranJaeger fürs Probelesen und Ergänzen.

Wer schon mal etwas zu Feminismus oder Anti-Rassismus o.ä. auf irgendeine Plattform im Internet geschrieben hat, lernt meistens sehr schnell Hasskommentare kennen. Bedrohungen und Beschimpfungen im Netz sind genauso real wie auf der Straße. Sie treffen dich 24 Stunden am Tag, unerwartet und auf unterschiedlichen Kanälen. Sie ziehen Energie von deinen eigentlichen Projekten ab, treffen dich persönlich und ziehen dich runter. Ziel solcher Hasskommentare ist immer, die angesprochene Person zu verunsichern und im besten Fall zum Schweigen zu bringen. Sich frei im Internet zu bewegen, wenn dort Menschen lauern, die dir etwas Schlechtes wollen, ist nicht mehr möglich. Hasskommentare beeinflussen dein Schreiben und dein Denken.

Zudem werden sie oft vom Umfeld (besonders dem „Offline-Umfeld“) nicht ernst genommen. Die Situation zu beschreiben wird derzeit zusätzlich dadurch erschwert, dass die Mittel der Maskulist*innen immer perfider werden. Mittlerweile werden auch detailliert ausgearbeitete Fake-Identitäten dazu benutzt, die Bedrohungen von Feminist*innen und die Hetzjagden auf sie zu verstärken.

Das Ziel der Bedrohenden ist, uns zum Schweigen zu bringen. Wenn wir uns das nicht gefallen lassen wollen, muss jede*r von uns den für sie*ihn richtigen Weg gehen, mit so wenig Schaden wie möglich aus der Sache raus zu kommen bzw. den Aktivismus weiter betreiben zu können. Wichtig ist, dass es natürlich nicht den einen richtigen Weg gibt. Ein Burnout ist immer ein zu großes Opfer und schadet nicht nur dir, sondern auch deinem Anliegen.

Hate Speech ist unsichtbar und wie mein Vortrag auf der Open Mind im Sommer gezeigt hat, ist den Bedrohenden auch viel daran gelegen, dass dies so bleibt. Um aber etwas gegen den Hass unternehmen zu können, ist es wichtig, dass Nicht-Betroffene verstehen, um was es geht und man ihnen einen Einblick ermöglicht. Es hat sich hier bewährt, nicht auf der entsprechenden Plattform selbst (oder im Netz an sich) als Betroffene mit denjenigen zu diskutieren, die dich beleidigen.

Es erscheint mir sinnvoll, erst zu schauen, welche Verbündete wir haben oder um welche wir uns bemühen sollten. Davon ausgehend gehe ich dann auf Strategien ein, die sich bereits bewährt haben oder sinnvolle Ansatzpunkte sein könnten.

  • Betroffene: Am leichtesten vernetzt es sich mit den Menschen, die selbst betroffen sind. Sie haben gleiche/ähnliche Erfahrungen gemacht wie du, können dich deshalb am leichtesten verstehen und können ggf. Tipps geben.
  • persönliches Umfeld: Vertraute Menschen, die bereit sind, dich in den Arm zu nehmen, mit dir zu telefonieren, dir Herzen zu schicken oder dich zu verteidigen, sind unwahrscheinlich wichtig. Sie geben dir Halt und Schutz. Ein Umfeld, das nur Energie zieht, weil es dir vermeintlich gute Ratschläge gibt, dich aber nur mehr belastet, weil es dich nicht verstehen kann, ist wenig hilfreich bis schädlich. (Bei sich selbst als Feminist Allys darstellenden Menschen musst du mitunter vorsichtig sein. Verlass dich da lieber auf dein eigenes Gefühl – aus persönlichen Erfahrungen kann ich eine gute Portion gesundes Misstrauen empfehlen.)
  • Technikmenschen: Wenn wir etwas gegen Bedrohungen im Internet tun wollen, ist es immer günstig, Leute zu kennen, die die Zeit, die Bereitschaft und vor allem das Know-How haben, dich mit technischen Mittel zu unterstützen. Auf Twitter und in der Blogosphäre treiben sich meistens genug Menschen herum, die auf dem Feld behilflich sein können.
  • Journalist*innen / Gegenöffentlichkeit: Um mehr Leute als nur deine eigene Twitter-Timeline auf das Problem aufmerksam zu machen, ist es günstig, Menschen mit Einfluss auf die Öffentlichkeit zu kennen. Das können Blogger*innen genauso sein wie Journalist*innen.
  • Jurist*innen: Gute Anwält*innen, die dich beraten und ggf. aktiv unterstützen, sind ein wichtiges Backup für den Ernstfall. Zudem gibt es den deutschen Juristinnenbund (DJB), der sich dem Thema Hate Speech bereits angenommen hat und sicherlich weiterhin Jurist*innen mit dem Thema vertraut machen und dadurch was bewegen kann.
  • Politiker*innen: Um nachhaltige Veränderungen zu schaffen, müssen wir Politiker*innen auf uns und unsere Anliegen aufmerksam machen. Das ist teilweise schon geschehen, auf der Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten wurde in diesem Jahr über Sexismus und die Verantwortung der Politik gesprochen.

1. politische Lösungen:

  • Hate Speech zu einem Straftatbestand zu machen, ist wenig sinnvoll. Inhaltlich ist das zu schwammig, um nicht später viel mehr gegen uns selbst verwendet zu werden. Wir würden uns ins eigene Fleisch schneiden. Sich hingegen anzuschauen, wo in bestehender Gesetzgebung nachgebessert werden muss, kann zu Erfolg führen. Strafverfolgung von Beleidigung ist schwierig und was juristisch als Beleidigung gilt, ist nicht mehr zeitgemäß – hier lässt sich was machen.
  • Twitter oder Facebook sind für Jurist*innen noch Neuland. Hier müsste einmal ausgearbeitet werden, wie mit Bedrohung auf entsprechenden Plattformen umgegangen werden muss, welche Straftatbestände wirklich vorliegen usw.

2. technische Lösungen:

  • Plattformen zur Veröffentlichung von Screenshots/Links usw. tragen zur Sichtbarmachung des Problems bei. Hier gibt es beispielsweise schon Hatr.org oder private Tumblr-Blogs, die das Ausmaß des Hasses gut darstellen.
  • Meldebuttons und Blockfunktionen muss es auf allen Plattformen geben, sie sollen so eingerichtet sein, dass sie so wenig missbraucht werden können wie möglich und natürlich sollen sie auch Konsequenzen haben (was wieder in den Bereich juristische Lösungen fällt).
  • Teilbare Blocklisten (in Planung: Brickr) sind immer wieder im Gespräch und werden nun hoffentlich bald möglich sein. Ich kann so vorsorglich Leute blocken, die schon Freund*innen von mir bedroht haben und muss nicht erst warten, bis sie mir auch noch gefährlich werden. Zudem machen sie Blockempfehlungen in Form von Tweets weitestgehend überflüssig, welche auch immer wieder Anknüpfungspunkte für Shitstorms gegen die Opfer von Bedrohungen sind.
  • Auf Twitter gibt es die Möglichkeit, sich in geschützte Accounts zurückzuziehen. Viele haben mittlerweile private Zweitaccounts angelegt, um dort Absprachen zu treffen und eben alles zu schreiben, was im öffentlichen Account gleich von Hatern aufgegriffen werden würde. Wenn der Shitstorm gerade besonders schlimm ist, lässt sich natürlich auch der normale Hauptaccount temporär schützen. Auch auf anderen Plattformen gibt es Privatsphäreeinstellungen, die es sinnvoll ist zu kennen, damit nicht immer alles für alle lesbar ist.

3. Self Care:

  • Self Care deckt natürlich keine Missstände auf, aber ist unheimlich wichtig, um weitermachen zu können und sich dabei selbst nicht zu verlieren. Self Care vergessen viele von uns gerne mal, schieben sie auf der To Do-Liste ganz nach hinten und bekommen dafür leider viel zu schnell die Quittung. Hab ich ausprobiert, kann ich dringend von abraten!
  • In erster Linie meint Self Care die Aufrechterhaltung des eigenen Lebens – genug essen, genug trinken, genug schlafen, genug frische Luft und Bewegung. Es sind die einfachsten Dinge, die schnell vergessen werden, die aber die Grundlage bilden, überhaupt gesund zu bleiben und weitermachen zu können.
  • Bewusste Pausen machen und sich erholen ist wichtig. Spazierengehen, Hobbys aufrecht erhalten und nicht 24/7 kämpfen, sondern lieber auch mal Aufgaben abgeben.
  • Nicht alles lesen, was über dich geschrieben wird! Für einige ist es das einzige Mittel, das zumindest wage Gefühl von Kontrolle zu haben, wenn sie sich den Hass gegen sie durchlesen. Hier ist es aber gut, irgendwann einen Schlussstrich zu ziehen und sich nicht selbst fertig zu machen. Abgrenzen ist wichtig.
  • Nutze die Blockfunktion auf den Plattformen, auf denen das möglich ist und rechtfertige dich nicht dafür. Dein Account/Blog – deine Regeln!
  • Sprich über das, was dir passiert und bleibe nicht alleine mit deiner Angst und den Bedrohungen. Tue dies aber nicht unbedingt dadurch, dass du anderen ungefiltert den Hass gegen dich in die Timeline retweetest o.ä. Andere dadurch zu triggern, ist nicht der solidarischste Weg (verlinken und eine Triggerwarnung davorsetzen ist da als Alternative denkbar). Sprich vor allem auch außerhalb des Netzes mit Menschen, die genau wie du Aktivist*innen sind, pflege die Netzwerke. Hole dir auch unbeteiligte Freund*innen dazu, die nicht im Fokus der Aufmerksamkeit stehen und so ggf. mehr aushalten können als die, die auch eigene Baustellen zu bearbeiten haben.

4. Bildet Banden!

  • Solidarität und Vernetzung sind zwei sehr wichtige Punkte. Leute, die dir zur Seite stehen können und sich auch mal öffentlich auf deine Seite stellen, können gute Stützen sein. (Leute, die unabgesprochen und übergriffig für dich sprechen, sind keine Stützen!) Auch um Kontakte zu Journalist*innen, Politiker*innen oder Anwält*innen weiterzugeben, ist Vernetzung nötig.
  • Es gibt bereits Foren, die zur Vernetzung dienen und kleinere private Kreise, die sich per Mailinglisten oder E-Mail-Verteiler verständigen. Wie bei Gewalt auf der Straße kann es hilfreich sein, hier Leute direkt anzusprechen – am besten schaffst du dir da einen Kreis, bei dem du weißt, dass es okay ist, direkt um Hilfe zu bitten.
  • Da auch auf Blogs viele Hasskommentare hinterlassen werden, kann es sinnvoll sein, nicht selbst oder nicht nur selbst Kommentare freizuschalten, sondern die Arbeit an Vertraute oder bei Teamblogs auf die Gruppe zu delegieren. Hass, der gegen andere gerichtet ist, lässt sich leichter ertragen und löschen als der, der gegen dich selbst geht.
  • Es lassen sich auch Vereine gründen, die Anlaufstellen für Opfer von Hate Speech sind oder die die Möglichkeit geben, der Impressumspflicht nachzukommen, indem man eine alternative ladungsfähige Adresse als die eigene angeben kann. Adressen „leihen“ kannst du manchmal auch bei schon bestehenden Vereinen/Gruppen oder Privatpersonen.

Primary Sidebar